Mutter füllt ein Sparglas mit Münzen und Scheinen, im Hintergrund spielt ihr Kind – KI-generiert

Geld für deine Kinder anlegen: Diese Strategien wirken

Geld für Kinder anlegen: Strategien die wirken

Ich kenne diese Sorge so gut. Du möchtest deinen Kindern einen finanziellen Puffer schaffen, damit sie später im Leben nicht von null anfangen müssen. Gleichzeitig weißt du, dass ein klassisches Sparbuch heute einfach nicht mehr reicht – die Inflation macht dir dort die Rendite kaputt, bevor dein Kind überhaupt die Grundschule beendet hat.

Genau an dieser Stelle beginnt meine Geschichte mit dem Thema Kinderfinanzen. Lange Zeit dachte ich wie viele Eltern: Sparbuch, fertig. Aber dann habe ich mich näher mit den Zahlen beschäftigt und bin erschrocken, wie sehr die Inflation über die Jahre hinweg anknabbert. Deshalb habe ich mich intensiv mit verschiedenen Anlagestrategien für Kinder beschäftigt – und ich möchte dir heute zeigen, was ich herausgefunden habe.

Warum die klassische Sparrate für Kinder nicht mehr ausreicht

Lass mich mit einer unbequemen Wahrheit starten: Wenn du heute 100 Euro für dein Neugeborenes auf ein Sparbuch legst und 0,01 Prozent Zinsen bekommst (was leider realistisch ist), dann sind diese 100 Euro in 18 Jahren voraussichtlich nicht mehr 100 Euro wert. Die durchschnittliche Inflation liegt bei etwa zwei bis drei Prozent pro Jahr. Das bedeutet, dass dein Geld real an Wert verliert.

Ich habe das durchgerechnet: Bei einer angenommenen durchschnittlichen Inflation von 2,5 Prozent haben 100 Euro in 18 Jahren nur noch eine Kaufkraft von etwa 61 Euro. Das ist kein Panikmache – das ist Mathematik. Und deshalb lohnt sich die Auseinandersetzung mit besseren Anlageoptionen wirklich.

Das Gute ist: Du hast als Elternteil einen riesigen Vorteil, den viele nicht nutzen. Du hast Zeit. Sehr viel Zeit sogar. Zwischen der Geburt deines Kindes und seinem 18. Geburtstag liegen 18 Jahre, in denen dein Geld für dich arbeiten kann. Diese Zeit ist Gold wert an der Börse.

Klassische Sparpläne: Sicher, aber langsam

Fangen wir mit der sichersten Variante an – klassischen Sparplänen. Das sind die Produkte, bei denen du regelmäßig, zum Beispiel monatlich, einen bestimmten Betrag einzahlst. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es ist extrem sicher, sehr überschaubar und du schaffst ganz nebenbei eine Routine.

Viele Banken bieten sogenannte Kinderkonten an. Die sind oft kostenlos und verzinsen sich mit etwa 0,5 bis zwei Prozent pro Jahr – je nach Bank und aktueller Marktlage. Wenn du über 18 Jahre hinweg monatlich 100 Euro einzahlst, hast du am Ende 21.600 Euro eingezahlt. Mit durchschnittlich zwei Prozent Zinsen ergibt das einen Endbetrag von etwa 23.500 Euro.

Klingt nicht schlecht, oder? Nun ja, es kommt darauf an, welche Erwartungen du hast. Die Rendite ist stabil und kalkulierbar – aber eben auch sehr begrenzt. Für viele Eltern ist das völlig ausreichend und genau das richtige Maß an Risiko. Wenn dir Sicherheit wichtiger ist als hohe Rendite, dann ist ein klassischer Sparplan definitiv eine gute Wahl.

ETF-Sparpläne: Das Mittelding zwischen Sicherheit und Rendite

Jetzt wird es interessanter – zumindest aus einer renditemäßigen Perspektive. ETF-Sparpläne (Exchange Traded Funds) sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden, auch bei Eltern, die für ihre Kinder sparen möchten.

Ein ETF ist im Grunde ein Fonds, der einen bestimmten Börsenindex abbildet. Der beliebteste für langfristige Sparer ist der MSCI World Index – das ist ein Korb mit etwa 1.600 der größten Unternehmen weltweit. Wenn du in einen MSCI-World-ETF sparst, verteilst du dein Risiko über diese 1.600 Unternehmen.

Die historischen Renditen von breit gefächerten ETFs liegen langfristig bei etwa sieben bis acht Prozent pro Jahr. Das klingt nicht viel höher als klassische Sparpläne, aber der Zinseszinseffekt ist atemberaubend. Wenn du über 18 Jahre hinweg monatlich 100 Euro in einen ETF sparst und eine durchschnittliche Rendite von sieben Prozent pro Jahr erreichst (was durchaus realistisch ist), dann hast du nicht 23.500 Euro wie beim Sparplan – sondern etwa 32.000 Euro.

Das ist ein Unterschied von fast 9.000 Euro! Und das ist nur die mathematische Berechnung. In guten Marktphasen könnte es noch deutlich mehr sein.

Aber Vorsicht: ETFs sind nicht risikofrei. Die Börse schwankt. Es kann Jahre geben, in denen dein Vermögen sinkt. Aber und das ist hier die Kernaussage: Weil du 18 Jahre Zeit hast, können sich Kursschwankungen ausgleichen. Historisch gesehen hat die Börse jeden Rückgang langfristig wieder aufgeholt – und dann noch dazu gewonnen. Wie ich mit 50 Euro meinen ersten ETF-Sparplan gestartet habe, erzähle ich in einem eigenen Beitrag.

Für mich persönlich ist ein ETF-Sparplan das geeignete Mittelding. Du bekommst deutlich bessere Renditen als auf dem Sparbuch, aber das Risiko ist durch die breite Streuung überschaubar. Und psychologisch ist es angenehm: Du machst es einmal automatisch per Sparplan und vergisst es dann.

Einzelaktien und Fonds: Nur für erfahrene Anleger

Dann gibt es da noch die Variante mit Einzelaktien oder aktiv verwalteten Fonds. Das ist die Spielwiese für diejenigen, die wirklich tief in die Materie einsteigen möchten.

Einzelaktien bedeuten, dass du in Unternehmen investierst, von denen du glaubst, dass sie in Zukunft gut wachsen werden. Das kann fantastische Renditen bringen – aber auch zu Totalverlusten führen. Für Kinderfinanzen finde ich das ehrlich gesagt zu riskant. Du wirst dein Kind mit 18 nicht fragen: „Tut mir leid, aber Tesla ist gecrasht – dein Ersparte ist weg.“

Aktiv verwaltete Fonds sind Fonds, die von echten Menschen verwaltet werden, die versuchen, den Markt zu schlagen. Das klingt gut – in der Praxis schlagen aber etwa 80 bis 90 Prozent dieser Manager langfristig die breiten Indizes nicht. Du zahlst also höhere Gebühren und bekommst oft schlechtere Ergebnisse als mit einem einfachen ETF. Das ist für mich keine gute Wahl für Kinderfinanzen. Und zudem musst du dich selbst wirklich sehr gut einarbeiten und mit Aktienanalyse auskennen.

Versicherungsprodukte: Die versteckte Alternative

Viele Eltern werden von ihrem Versicherungsmakler oder der Bank zu sogenannten Kindersparbriefen oder Ausbildungsversicherungen geraten. Das sind Produkte, die Sparplan und Versicherungsschutz kombinieren.

Die klingende verlockend, aber lass mich dir das genauer erklären. Diese Produkte sind oft mit hohen Gebühren belastet – nicht immer offensichtlich, aber wenn du die Prospekte liest, findest du sie. Die Renditen sind oft nicht besser als klassische Sparpläne, manchmal sogar schlechter. Und die Versicherungskomponente? Ehrlich gesagt: Die brauchst du nicht. Versichere dich selbst als Elternteil ausreichend gegen Invalidität und Berufsunfähigkeit – dann ist dein Kind ohnehin abgesichert.

Es gibt Ausnahmen – einzelne Versicherer bieten wirklich gute Produkte an. Aber grundsätzlich rate ich dir: Schau dir die genauen Kosten an. Wenn du sie nicht verstehst oder schwer vergleichbar sind, dann nimm eine einfachere Lösung.

Vermögen auf den Namen des Kindes oder auf den eigenen Namen?

Das ist eine praktische Frage, die viele Eltern beschäftigt. Soll das Geld auf dem Namen des Kindes angelegt sein oder auf deinem Namen?

Rechtlich ist das klar: Das Geld gehört deinem Kind, wenn es auf dessen Namen angelegt ist. Das ist auch steuerlich oft günstiger, weil dein Kind einen eigenen Freibetrag für Kapitalerträge hat (2024: etwa 1.000 Euro pro Jahr). Wenn du das Geld auf deinem Namen anlegst, zahlst du auch auf deine eigenen Ersparnisse Steuern.

Aber es gibt auch einen Nachteil: Wenn dein Kind später BAföG beantragen sollte, wird das Vermögen auf seinem Namen angerechnet. Bei Vermögen über etwa 15.000 Euro kann das problematisch werden. Deshalb machen manche Eltern einen Kompromiss: Sie legen einen Teil auf den Namen des Kindes und einen Teil auf ihren eigenen Namen an.

Das ist eine persönliche Entscheidung – aber mein Rat: Informiere dich dann rechtzeitig bei deiner Bank oder noch besser bei einem unabhängigen Finanzberater über die steuerlichen und BAföG-Auswirkungen in deinem Fall. Dann kannst du eine Entscheidung treffen.

Die perfekte Strategie für deine Familie finden

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich: Julia, was empfiehlst du denn konkret? Die Antwort ist ehrlich: Es kommt auf dich an. Und noch etwas: ich betreibe hier KEINE FINANZBERATUNG und auch keine STEUERBERATUNG. Ich kann dir aber bei Interesse (m)einen sehr guten unabhängigen Finanz- und Vorsorgeberater empfehlen (schreibe mir dazu bitte eine kurze Email). Was du regeln solltest, falls du einmal ausfällst, habe ich in Was passiert mit meinen Kindern, wenn ich ausfalle? zusammengefasst.

Die emotionale Komponente nicht vergessen

Aber hier ist etwas, das in vielen Ratgebern unterschätzt wird: Die emotionale Komponente. Wenn du dich für eine Strategie entscheidest, die nicht zu dir passt, dann machst du vielleicht in einer Krise Fehler – wenn die Börse crasht und dein Vermögen kurzfristig sinkt, könnte die Versuchung groß sein, alles zu verkaufen und Verluste zu realisieren.

Deshalb: Wähle die Strategie, bei der du dich wohlfühlst. Eine Strategie, die du über 18 Jahre durchhältst, ist immer besser als die theoretisch beste Strategie, die du nach fünf Jahren abbrichst, weil dir der Kurs zu sehr schwankt.

Praktische Tipps für den Anfang

Du möchtest anfangen? Hier sind meine praktischen Tipps:

Erstens: Starte klein. Du musst nicht 500 Euro im Monat sparen, um etwas aufzubauen. Auch 50 Euro oder 100 Euro im Monat führen über 18 Jahre zu einem beachtlichen Vermögen. Fang mit dem an, was du dir leisten kannst – und erhöhe es später, wenn dein Einkommen steigt.

Zweitens: Automatisiere es. Richte einen Dauerauftrag ein, damit das Geld jeden Monat automatisch abgebucht wird. Dann brauchst du nicht jedes Mal daran denken – und psychologisch wirst du die 100 Euro gar nicht vermissen, weil sie gar nicht erst auf deinem Konto landen.

Drittens: Schau dir die Gebühren an. Bei ETF-Sparplänen gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern. Manche nehmen 0,00 Euro Gebühren für den Sparplan, andere bis zu 1,50 Prozent pro Ausführung. Das summiert sich über die Jahre zu großen Unterschieden. Suche dir einen günstigen Anbieter.

Viertens: Bleib langfristig. Die größten Fehler machen Anleger, wenn sie ständig umschichten und handeln. Entscheide dich für eine Strategie und halte sie durch – auch wenn es Phasen gibt, in denen es nicht gut läuft.

Die finanzielle Unabhängigkeit deines Kindes ist möglich

Ich glaube daran, dass finanzielle Unabhängigkeit mit gutem Timing anfangen kann. Wenn du heute für dein Kind anlegst, gibst du ihm nicht nur Geld – du gibst ihm einen Vorsprung. Während andere junge Menschen in ihren 20ern anfangen müssen zu sparen, hat dein Kind dann bereits ein solides Polster.

Das ist nicht egoistisch, das ist fürsorglich. Es ist eine der besten Investitionen, die du tätigen kannst – nicht nur in Geld, sondern auch in die Ruhe und den späteren Freiheitsgrad deines Kindes.

Und wer weiß – vielleicht lernst du dabei auch noch etwas über Finanzen und Geldanlage, das du später selbst nutzen kannst. Viele Eltern, mit denen ich gesprochen habe, haben angefangen, für ihre Kinder zu sparen – und haben dann gemerkt, dass sie selbst auch anfangen sollten, ihr Geld smarter anzulegen. Wie du mit kleinen Schritten mehr Spielraum schaffst, liest du in meinen Spar-Challenges für Alleinerziehende.

Die Welt der Geldanlage ist weniger kompliziert, als sie oft dargestellt wird. Es braucht meist keine Finanzexperten, keine komplizierten Formeln und auch kein großes Startkapital. Es braucht nur eine Entscheidung und regelmäßige kleine Schritte.

Du packst das – und dein Kind wird dir eines Tages dankbar sein.

Mein Tipp für dich: Finanzplaner 2026/2027 — direkt zum Download.

Welche Herausforderung bereitet dir beim Sparen für deine Kinder am meisten Kopfzerbrechen – ist es die Sorge vor Börsenrisiken, die Unsicherheit über die beste Strategie, oder eher die praktische Umsetzung?

KI-Hinweis: Für diesen Beitrag habe ich KI-Unterstützung genutzt und ihn selbst redaktionell geprüft.

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